2016 – gute Vorzeichen bei Michael Teschke

Autor:
Thiemo Kausch
Thiemo ist Leiter des Marketing bei Lobenbergs GUTE WEINE. Ab und zu verlässt er das Büro, um mit Geschichten, Bildern und Videos für den Blog zurückzukommen.

Winzerstimmen – Michael Teschke

Für uns bei Lobenbergs Gute Weine ist es wichtig, dass wir als Händler eine aufklärende und vermittelnde Position zwischen unseren Winzern und unseren Kunden einnehmen. Deswegen freut es uns ganz besonders wenn wir unsere Winzer direkt zu Wort kommen lassen können.

Uns erreichten schöne Nachrichten aus Rheinhessen: Nachdem 2015 als Jahrhundertjahrgang angekündigt wurde, macht Michael Teschke uns Hoffnung, dass auch 2016 viele fantastische Weine hervorbringen wird. Vielleicht wird es sogar der neue Jahrhundertjahrgang?


Jahrhundertjahrgang

Liebe Sylvanerbotschafter,
     
es kündigt sich so langsam wirklich ein Jahrhundertjahrgang an. Zumindest für die frühen Sorten kann man das jetzt schon prognostizieren, auch die mittelspäten Sorten erfreuen sich bester Entwicklung.

Ich vergleiche momentan sehr intensiv das Verhalten meiner kleinen Freunde draußen, die mir dieses Jahr schon so viel erzählt haben, mit den aktuellen Wetterprognosen. Ganz vorsichtig, stets im Schatten von leicht höheren Gräsern bewegen sie sich und nehmen gierig den Morgentau auf. Es bleibt trocken und sehr warm und das jetzt auf jeden Fall für die nächsten 10 Tage, sonst würden sie sich nicht bei Helligkeit schutzlos den Krähen und anderen Vögeln preisgeben, um die spärlichen Wasserangebote der Natur zu nutzen. Ab 08:30 Uhr sind sie dann verschwunden, im kühlen Schutz des Schattens der Disteln – stets dann, wenn die Sonne einen Stand erreicht, der ihren Körper zu stark erwärmen würde.

Es ist einfach beeindruckend wie klar und unmissverständlich sie sprechen, mir den Druck nehmen und mir zudem Rat zu den noch anstehenden Arbeiten geben. Ausserdem entwickle ich einen derartigen Ehrgeiz mehr von solchen Naturschauspielen für mich verwerten zu dürfen. Aber da bin ich wirklich auf dem richtigen Weg, denn auch die Mäuse zieht es in die Trauben – nicht weil sie Süßes suchen, sondern die immer notwendigeren Wasservorräte. Die Trauben sind mittlerweile die letzten Lieferanten hier ringsherum.
Ich habe dieses Jahr praktisch jeden Tag dazugelernt und kann gar nicht genug davon bekommen.

Seht euch die prachtvollen Sonnenblumen neben meinem alten Sylvaner am Mühlweg an.

Mitten in der Fahrspur und direkt unter der Zeile haben sie sich wild ausgesät. Ich hatte sie recht frühzeitig bemerkt und stellte mir die Frage, ob sie es wohl hinbekämen, weil ich alle 6 bis 7 Tage darüber hinweg fahren musste mit dem Traktor. Je größer sie wurden, um so mehr wunderte ich mich, dass sie sich immer wieder aufrichteten.

5 Spritzungen fuhr ich über sie hinweg, die letzten 5 Spritzungen fuhr ich dann drumherum!
Jetzt weiß ich, wie sie es hinbekommen haben, und ich weiß auch, dass es ihr Charme war, der ihr Überleben garantierte.
Wie ihr alle seht, sind sie mittlerweile hoher als die Zeile und bei mir weiß man auch, dass ich keine niedrigen Zeilen habe ……………………!

Bitte esst keine Schnecken!

Euer Michel vom Laurenziberg