Die Cordobar - Ein Institution und kultische Legende von Beginn an. Zu Recht!

Autor:
Heiner Lobenberg
Heiner ist der Gründer und Chef von Lobenbergs Gute Weine. Als Jäger und Sammler und Wein-Trüffelschwein ist sein Ziel, den Kunden die beste und interessanteste Weinauswahl in Deutschland zu bieten. In seinem Blog erzählt er interessante und schöne Geschichten von großartigen Weinen und Winzern.

Willi Schlögl, Gerhard Retter und Christof Ellinghaus betreiben mit der augenzwinkernd revanchistischen Cordobar (Deutschlands Fußballniederlage gegen Österreich bei der 1978er WM in Argentinien) aus dem Stand seit Herbst 2013 eines der spannendsten Weinbistros, das ich weltweit kenne. Okay, über die Endlosschleife des Tonbands der Originalreportage der deutschen Niederlage auf der Toilette lässt sich streiten :-(.

Das Phänomen des Ladens...

...liegt zuerst an der so ansteckenden Begeisterung des Besitzers, Entertainers und Lebensberaters Willi Schlögl, so toll und echt positiv verrückt wie ihn gibt's selten. Und dann das dicke Weinbuch mit der sensationellen Weinauswahl der damaligen Kontrahenten Deutschland und Österreich. Dazu jede Menge schräger und seltener Trouvaillen aus aller Welt, oft nur Einzelflaschen aus diversen Sammlungen von Willi, Gerhard oder von Freunden. Immer wieder was Neues! Aber eigentlich ist es nicht nur eine Weinbar, sondern auch ein Bistro mit sensationellen Kleinigkeiten und sooo kreativen Schweinereien aus der kleinen Küche, alles mit Extraklasse kreiert vom jungen Talent Lukas Mraz. Geben Sie Willi und Lukas einfach freie Hand, ein großes Tapas nach dem nächsten wird Sie verzücken.


"Ich bin schon sehr verwöhnt, aber das war sensationell."


Zu viert konnten wir am letzten Freitag im August dann natürlich eine riesige Zahl kleinerer, vier-geteilter Gerichte probieren. Ich bin schon sehr verwöhnt, aber das war sensationell. Für kleines Geld, 200 Euro für 4 Personen und gaaaanz großes Kino. Natürlich ohne Wein. Fair kalkuliert, aber unsere raren Edeltropfen hauen natürlich rein. Ein Champagner aus Aye zum Warmlaufen. Nett, okay. Richtig groß dann der reife 2009er Riesling Schlehdorn vom Rheingauer Biodynamiker Peter Jakob Kühn. Nach 30 Minuten Luft einer der weltgrößten Rieslinge überhaupt. Dann Rheinhessens Klaus-Peter Keller 2009 Pinot Noir gegen Clos Rougeard 2009, der größte Cabernet Franc von der Loire. Erst war Keller mit seinem so raren und deutschlandweit oft vorn liegendem Pinot ganz klar in Führung. Nach einer Stunde Luft kam der Cabernet Franc, am Ende ein Monster in Power und Finesse!!! Danach: Willi hilf, was jetzt? Mullineux Südafrika Shiraz Granite. Das Äquivalent in Farbe und sogar fast in Klasse zu Stephane Ogiers Cote Rotie Lancement. Zugegeben, nicht ganz so extraterristisch fein, aber für seinen Preis (199 € im Restaurant!) ein Schnäppchen. Auf’s Haus gingen dann die zur Gänsestopfleber gereichten TBAs 2004 Grand Cuvée von Kracher. Da lebte Luis Kracher noch, ein wirklich guter Freund! Luis, auf dich! Und Willi auf dich für diesen geilen Laden. Nach meiner Zeit in Hamburg und Berlin liebe ich Bremen inzwischen über alles, aber die Cordobar wäre ein Teilgrund wieder zurückzuziehen nach Berlin, Europas aufregendster Stadt.

 

Alle wichtigen Infos gibt es hier: www.cordobar.net