Markus Molitor – Jahrgangspräsentation 2016

Autor:
Marc Dröfke
Wein ist für Marc ein Hobby, das er allerdings mehr als ambitioniert betreibt. Woher der Wein dabei genau kommt, ist nicht so wichtig. Er sollte nur seine Herkunft nicht verleugnen. Nebenbei schreibt Marc noch für Originalverkorkt.de.

Jedes Jahr im September fahre ich an die Mosel, um an der Prädikatsweinversteigerung des VDP Mosel teilzunehmen. So auch 2017. Ein Großteil der Top-Weingüter des Anbaugebietes präsentieren dort ihre besten Abfüllungen den Händlern sowie privaten Weinliebhabern, die in einem Bieterwettstreit um die raren Schätze fighten.

Rund um die Versteigerung finden allerdings noch allerhand andere Veranstaltungen statt, die Weinfanatiker von nah und fern anziehen. So präsentieren unter anderem einige Weingüter ihre Kollektionen des aktuellen Jahrganges.

Markus Molitor

Die Anfänge des jungen Markus Molitors

Einer von ihnen gehört zu Deutschlands bekanntesten Winzern, der allerdings kein Mitglied des VDPs ist. Die Rede ist von Markus Molitor, welcher schon jetzt als eine lebende Legende der Mosel bezeichnet werden darf. Was er in den letzten 30 Jahren geleistet hat, ist schlichtweg spektakulär. Im zarten Alter von 20 Jahren übernimmt Molitor 1984 das väterliche Weingut mit gerade mal 2 Hektar an gepachteter Rebfläche. Mittlerweile steht er bei fast 100 Hektar. Davon sind viele Parzellen im eigenen Besitz des Weingutes. Als Molitor anfing, hatte er das Glück, dass der Weinbau an der Mosel in einer Krise steckte; viele Weinberge lagen brach, niemand hatte Interesse an der zum Teil sehr aufwendigen (Hand-)Arbeit. Denn die Lagen an der Mosel sind aufgrund ihrer Steilheit häufig nicht maschinell zu beackern. So konnte der junge Winzer aus dem Vollen schöpfen. 

Steiler Weinberg

Das unglaubliche Lagenportfolio

Peu à peu wurden Parzellen in den besten Lagen der Mittelmosel mit zum Teil uraltem, wurzelechtem Rebmaterial akquiriert; beispielsweise sind Teile des sogenannten „Schießwingert“ (Parzellen innerhalb der Lage) in der Zeltinger Sonnenuhr über 100 Jahre alt. Neben der Zeltinger Sonnenuhr, die vom blauen, verwitterten Devonschiefer geprägt ist und als DIE Toplage im Hause Molitor auf Grund ihrer Feinheit und Eleganz gilt, geht das Lagenportfolio lückenlos in die Wehlener Sonnenuhr über. Ebenfalls ein absoluter Grand Cru und eine der bekanntesten Lagen in Deutschland überhaupt.

Ürziger Würzgarten

Daneben gibt es noch Besitz im Erdener Treppchen (gehaltvollerer Stil), Ürziger Würzgarten (einzige Lage an der Mittelmosel bei der die Reben auf rotem Schiefer wurzeln; entsprechend dem Namen einzigartige, würzige Weine), sowie im Wehlener Klosterberg (Hauslage, liegt direkt am Weingut, rein südlich ausgerichtet). Dann geht es auf die andere Moselseite. Den Anfang bilden die schon angesprochenen Highlights Zeltinger Sonnenuhr und Wehlener Sonnenuhr, gefolgt von den Graacher Lagen Himmelreich und Domprobst (sehr gute Wasserversorgung, härter vom Boden her, brauchen vielleicht einen Tick länger als die anderen Lagen, sehr klassisch in der Anmutung) und endet schließlich in Bernkastel mit der Badstube, der Lay und dem weltbekannten Bernkasteler Doctor (hier konnte Molitor Ende 2015 eine 0,1 Hektar große Parzelle kaufen, aus der er zwei Auslesen für die nächstjährige Auktion keltert).

Zeltinger Sonnenuhr
Fässer im Keller

Mit Weitblick frühzeitig investiert

Das ist aber noch nicht alles. Molitor hat bereits frühzeitig in Lagen an der Saar investiert. So kann er Parzellen im Saarburger Rausch sowie im Ockfener Bockstein sein eigen nennen. Die Weine besitzen nochmals eine ganz andere Typizität wie ihre Pendants von der Mittelmosel. Sie wirken kühler und besitzen häufig eine prägnantere Säure. Auch aufgrund des Klimawandels sicherlich eine lohnende Erweiterung. Hinzu kommt die Rekultivierung des Ockfener Geisberges, ein Projekt, das er zusammen mit Roman Niewodniczanski vom Weingut Van Volxem betreibt, sowie sein letzter großer Coup: Die Übernahme der ehemaligen Staatsdomäne Serrig mit über 20 Hektar an Fläche. Eine Möglichkeit, die laut Molitor „zu gut war, um sie verstreichen zu lassen“. Man sieht, langweilig wird es Markus Molitor in den nächsten Jahren nicht werden. Allerdings hört man, dass er sich zukünftig mehr und mehr auf die Arbeit im Keller fokussieren möchte, um seinen Weinen noch mehr Feintuning zu geben.

Markus Molitor im Keller

Philosophie im Weinberg und Keller

Das Ausgangsmaterial, welches später seinen Weg in den Keller findet, wird nahezu 100% mit der Hand gelesen. Nur so kann eine Selektion im Weinberg auch während der Lese gewährleistet sein. In den meisten Lagen ist der Einsatz von Maschinen sowieso ausgeschlossen, da die Steilheit deren Einsatz bereits im Keim erstickt. Penibel geachtet wird auf die physiologische Reife der Trauben. Erst wenn diese perfekt ausgereift sind, wird geerntet. Das führt zu Weinen, die immer einen recht hohen Extrakt aufweisen. 

Im Keller wird ausschließlich spontan vergoren. Die Philosophie besagt, dass nur so der individuelle Charakter der jeweiligen Lage herausgestellt werden kann. Schönungsmittel sind wie der Einsatz von Enzymen tabu. Die Vergärung sowie der Ausbau findet je nach Qualitätsstufe der Weine im Stahl und großen Holzfass statt. Dabei wird auf einen kühlen und langsamen Prozess geachtet. Dies, plus das nach der Vergärung stattfindende Lagern auf der Feinhefe, ergibt sehr schmelzige, füllige Rieslinge mit einem ungeheuren Lagerpotential. Molitor Weine haben einen ganz eigenen Stil. Diesen Stil muss man mögen. Nicht jedermann sagt er zu. 

Was jedoch unbestritten ist, ist das Qualitätslevel, auf dem die Weine spielen. Und zwar ausnahmslos alle. Wer jedes Jahr über 60 unterschiedliche Weine auf diesem Niveau in die Flasche bekommt, dem gebührt der größte Respekt. Unabhängig vom bevorzugten Stil.

Molitor am Weinberg

Jahrgang 2016 – Ein hartes Stück Arbeit

Auch 2016 war es möglich die komplette Bandbreite an Weinen zu produzieren, wie ich auf der Jahrgangspräsentation erfuhr. Der Jahrgang gilt im Hause Molitor als ein guter Jahrgang, der allerdings allen Beteiligten ein ganzes Stück harte Arbeit abverlangt hat. Starker Regen im Mai und Juni führte zu einem gewissen Befall durch Peronospora (Pilzerkrankung der Rebe), die einigermaßen gut durch präventives Spritzen im Zaum gehalten werden konnte. Schlimmer war der Hagel, der die Weinberge dreimal heimsuchte. Allerdings drehte sich das Wetter nach dem Juni zum Guten. Es wurde relativ lange zugewartet, da die Trauben nicht die gewünschte Säure- und physiologische Reifewerte besaßen. So begann die Lese Anfang Oktober und endete um den 8./9. November herum (mit Ausnahme der Eisweine, welche am 05. Dezember geerntet wurden). 

Rebe wird geerntet

Das Ergebnis ist ein Jahrgang, der meiner Meinung nach Molitor in die Karten spielt. Die Weine sind trotz der hohen Extraktwerte mit Eleganz und Finesse gezeichnet. Gerade im trockenen Bereich ist die Kollektion extrem stark ausgefallen. Der „Sweet spot“ liegt meiner Meinung nach im Spätlese- und unterem Ausleselevel, wobei die Spitzenqualitäten sicherlich über die Zeit ihre Stärken ausspielen werden. Dabei gilt es immer zu erwähnen, dass wir uns an einem extrem frühen Zeitpunkt in der Entwicklungsphase der Weine befinden. Einige Exemplare trinken sich zwar jetzt schon sehr schön, wobei ich mir sicher bin, dass ihnen Zeit unglaublich gut tun wird. Speziell im Auslese Bereich halte ich es sogar für dringend erforderlich. Auf der Jahrgangspräsentation gab es u. a. auch einige 2007er aus der Château Reserve des Weingutes zu probieren. Hier zeigte sich in frappierender Weise, wie sich ein bisschen Geduld auszahlen kann. Deshalb mein Tipp: Lagern sie den 2016er Jahrgang ein und trinken sie jetzt die Jahrgänge des letzten Jahrzehntes. Glücklicherweise konnte Heiner Lobenberg ab Weingut einige gereifte Schätze für Sie ergattern. 

Molitor probiert einen Wein

Anbei finden sie meine Notizen zu den von mir verkosteten Weinen der Jahrgangspräsentation. Ich habe aufgrund der Vielzahl der Weine nicht alles probiert, sondern mich auf die allgemeinen Highlights sowie meine Lieblingslagen konzentriert. Kurz zur Erläuterung: Markus Molitor benutzt seine eigene Klassifikation der von ihm hergestellten Weine. Beim Riesling gilt: Weiße Kapsel = trocken, Grüne Kapsel = feinherb, Goldene Kapsel = fruchtsüß. 
Ebenso gibt es teilweise eine Abstufung nach *. Diese reicht von * bis zur höchsten Qualität ***. 

Riesling – weiße Kapsel (trocken)

Schiefersteil trocken: Außergewöhnliche Qualität für einen Wein im Einstiegsbereich. Wirkt noch etwas zurückhaltend, zeigt eine gewisse Würze, Grapefruitschale sowie kalten Rauch in der Nase. Am Gaumen mit gutem Fokus und Gripp ausgestattet. Sehr gutes Prei-Leistungs-Verhältnis.

Wehlener Klosterberg Kabinett: Elegant, frisch, tänzelnd. Dabei hat er dennoch das typische volle „Molitor Mundgefühl“ und genügend Struktur, um locker 5 Jahre im Keller zu reifen. Trinkt sich jetzt bereits sehr schön. 

Zeltinger Sonnenuhr Kabinett -Fuder 6-: Sehr alte, wurzelechte Reben zwischen 80-90 Jahren, junges Erscheinungsbild, eher auf Spät- ja sogar fast auf leichtem Ausleselevel, sehr cremig, Säure liegt im gemäßigten Bereich könnte für meinen Geschmack noch etwas höher sein, braucht Zeit um sich zu finden lässt aber Potential vermuten. 

Graacher Domprobst Spätlese: Für mich die beste trockene Spätlese der gesamten Kollektion. Super elegante, komplexe Nase mit reifen Fruchtaromen, etwas Zitronenabrieb, weißem Weinbergpfirsich, hellen Blüten und einer vegetabilen Note. Am Gaumen nicht zu fett, eher auf Zug ausgelegt. Die Säure trägt den Wein sehr schön in ein langes Finale. Frischer und klarer Abgang. Ganz große Klasse. 

Zeltinger Sonnenuhr Spätlese: Noch einen Tick eleganter, vielleicht nicht ganz mit der Tiefe des Domprobstes. Eher auf der weißen Frucht stehend, hinzu kommt Grapefruit, Abrieb einer Zitrone aber auch etwas Exotik. Spannung am Gaumen, tolle Struktur, klar und präzise gezeichnet. Alles unterlegt mit einer schönen Frucht. Wird noch zulegen. 

Wehlener Sonnenuhr Auslese**: Sofort bemerkbar ist die sehr konzentrierte, intensive Nase. Verliert aber nicht seine Eleganz, obwohl die Frucht in diesem Wein deutlich die erste Geige spielt. Exotische Noten von Mango, Ananas und Papaya dominieren. Im Mund verliert sich die Eleganz ein wenig. Hat deutlich Druck im Finale. Auch hier viel Frucht und eine gewisse Würze. Sehr moderate Säure.

Zeltinger Sonnenuhr Auslese**: Komplexe, tiefe aber klar gezeichnete Nase mit Noten von weißem Weinbergpfirsich, einem Strauß weißer Blüten, kaltem Rauch und etwas Abrieb einer Orangen. Hohe Konzentration und Spannung am Gaumen, mineralische Noten mischen sich unter die hohe Phenolik. Wiederum sehr weißfruchtig. Langer Abgang mit dem berühmten Zuckerschwänzchen. Wirkt zu diesem frühen Zeitpunkt einen Tick klarer auf mich wie sein großer Bruder mit drei Sternen. Braucht aber locker 5 Jahre um richtig zu singen. Extrem hohes Potential. 

Graacher Himmelreich Auslese***: Sehr zurückgezogen. Extrem hoher Extrakt, feine Fruchtnoten, etwas höherer Restzucker hier bemerkbar. Braucht viel, viel Zeit.

Zeltinger Sonnenuhr Auslese***: In der Nase nahezu das gleiche Bild wie bei seinem kleinen Bruder der zwei Sterne Auslese, nur wirkt alles einen Tick intensiver. Allerdings ist diese Intensität nicht auf den ersten Blick zu erhaschen, denn der Wein präsentiert sich doch relativ zurückgezogen. Am Gaumen Unmengen von Extrakt und Phenole für den extra langen Marathon. Das ist eine andere Art von Riesling. Mit viel, viel Schmelz und einem so ganz anderen Mundgefühl. Braucht locker 10 Jahre, wenn nicht mehr. 

Riesling – grüne Kapsel (feinherb)

Ürziger Würzgarten Kabinett: Etwas zurückgezogene Nase, hätte aus dieser Lage etwas Expressiveres erwartet. Kräuter, reifer Apfel und etwas Birne dominieren hier. Am Gaumen tolle Spannung und Druck. Etwas Würze kommt hinten raus durch. Gute Länge. Definitiv der beste Kabinett im feinherben Bereich.

Bernkasteler Badstube Spätlese: Deutlich höhere Säure im Gegensatz zu dem Kabinett, was mir persönlich sehr zusagt. Deutlich reife Frucht, hat vielleicht nicht die letzte Fokussierung und Tiefe im Finish. 

Graacher Himmelreich Spätlese: Sehr softes Auftreten, ohne Ecken und Kanten. Viel Tiefe und Extrakt. Wird noch ausbauen. 

Graacher Himmelreich Auslese***: Ein wahrliches Monster an Extrakt, Phenolik und Mineralität. SEHR intensive, komplexe, reichhaltige Nase mit ultrakonzentrierten Fruchtaromen, kandierte Zitrone und etwas Kräutern. Am Gaumen setzt sich diese Frucht fort, flankiert von Orangenzesten und feinem Karamell. Extreme Länge. Mit Abstand der expressivste Wein zu diesem Zeitpunkt. Bei dieser Konzentration kann das 50-100 Jahre altern. Bitte, bitte, 10-15 Jahren warten oder mehrere Flaschen kaufen. Eine aufmachen, mit viel Luft genießen und den Rest in die Schatzkammer sperren. Ein Wahnsinn. 

Zeltinger Sonnenuhr Auslese***: So ganz anders als das Graacher Himmelreich. Deutlich gesetzter, feiner, geschliffener. Und trotzdem noch so unfertig. Hier dominiert nicht die Frucht sondern die Mineralik. Schöner reifer Pfirsich am Gaumen, Salz, Feuerstein. Das Einzige, was mir persönlich ein wenig fehlt, ist die Säure. Braucht ebenfalls viel Zeit.

Riesling – goldene Kapsel (fruchtsüß)

Zeltinger Sonnenuhr Kabinett: Wer eine Spätlese oder sogar leichte Auslese für den Preis eines Kabinetts haben möchte, sollte hier zuschlagen. Sehr reife, tolle Fruchtaromatik. Konzentriert am Gaumen mit tollem Süß-/Säurespiel und einer tollen Länge. Viel Saft im Finish. 

Zeltinger Sonnenuhr Spätlese: Auch hier viel Frucht aber einen Tick mehr Fokussierung und Spannung. Präsente, feingliedrige Säure, Orangenmarmelade, tolle Mineralik. Kann noch zulegen. Sehr viel Wein fürs Geld. 

Graacher Himmelreich Auslese***: Intensive, klare Nase, die von feinen Zitrusaromen dominiert wird. Am Gaumen tolle Säure und Mineralität, reichlich Spannung am Mittelgaumen und langes Finale. Präsentiert sich in diesem frühen Stadium bereits sehr schön, wird aber mit mehr Reife definitiv noch zulegen. 

Zeltinger Schlossberg Auslese***: Feine kandierte Zitrusfrüchte und Nashi-Birne. Am Gaumen elegant, fein tänzelnd trotz des hohen Extrakts. Mir fehlt etwas die Säure und Spannung hinten raus. Braucht 10-15 Jahre. Sehr schwer zu beurteilen. 

Saarburger Rausch Auslese***: Sehr zurückgezogene, reduktive Nase in diesem frühen Stadium. Braucht Zeit und Luft, dann kommt etwas weiße Frucht, Limette, weiße Blüten, ein Hauch an Minze und Cassis heraus. Am Gaumen kommt die Typizität der Saar ganz klar zum tragen. Die hohe, lebendige Säure setzt einen schönen Kontrast zur hohen Viskosität. Braucht Zeit, wird aber viele seiner Kollegen in den Schatten stellen. Einer meiner Favoriten. 

Wehlener Sonnnenuhr Auslese***: Sehr elegante, komplexe, fein ziselierte Nase mit Orange, vollreifer Ananas und exotischer Mango. Am Gaumen dominiert der Extrakt, die Säure fehlt mir etwas, viel Schieferaromatik im Finish. Braucht viel, viel Zeit. 

Zeltinger Sonnenuhr Auslese***: Ultra schwer zu bewerten, sehr früher Zeitpunkt. Vollreife Frucht in Nase und Mund. Aber wo ist die Säure? Sehr fein, elegant im Finish. Viel zu jung, braucht locker 10 Jahre, besser sind wahrscheinlich 20. 

Brauneberger Mandelgraben Eiswein: Der erste Eiswein im Hause Molitor nach 2012. Ganz klare, vollreife Frucht. Intensiv, einnehmend am Gaumen. Tolle Länge. Ein Unikat und für Fans ein Muss.

Pinot Noir (alle Weine aus dem Jahre 2014)

Brauneberger Klostergarten**: Schöne würzige Nase, etwas Hagebutte, Schlehe darunter. Das Holz schlägt am Gaumen nicht durch, etwas rustikal mit Ecken und Kanten. Bereits jetzt schön zu trinken. Sehr guter Pinot. 

Trarbacher Schlossberg**: Ebenfalls diese schöne Würze wie beim Pinot aus dem Klostergarten. Etwas feiner in der Säure, schöne rote Frucht, gute Länge. Auch hier mit Ecken und Kanten. Schon jetzt zugänglich, aber definitiv Potential für weitere 5-10 Jahre. 

Brauneberger Klostergarten***: Was mir sehr gut gefällt, ist, dass der drei Sterne Klostergarten im Gegensatz zu seinem kleineren Bruder mit zwei Sternen nicht durch ein Plus an Power oder Holzeinsatz glänzt, sondern durch eine größere Feinheit. Sehr elegant im Antrunk, feine Frucht, die Tannine für eine lange Reife sind spürbar. Braucht noch etwas, damit sich die einzelnen Komponenten besser ineinander vermählen können. 

Graacher Himmelreich***: Das Pinot Noir Flagschiff im Hause Molitor besticht durch die feinste Nase. Die Rappenwürze kommt etwas durch, dazu rote, aber auch dunkle Frucht. Sehr elegant am Gaumen trotz hoher Spannung und Punch. Braucht Zeit, man darf auf die Entwicklung gespannt sein.